Ludwigsfelder Kontakt- und Informationsstätte für Selbsthilfe/Selbsthilfegruppen

Gruppentreffen: Jeden dritten Donnerstag im Monat von 14:30 - 16:00 Uhr im Waldhaus Ludwigsfelde in der August-Bebel-Str. 2

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Informationen können Sie über folgenden Link erhalten.
SHG-Trauernde.pdf

Wege aus dem Trauer-Labyrinth
In einer Selbsthilfegruppe kommen Betroffene miteinander ins Gespräch

14 Selbsthilfegruppen sind unter dem Dach von Lukiss, der Ludwigsfelder Kontakt- und Informationsstätte für Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen (SGH) organisiert. In den Gruppen finden Betroffene Informationen, Unterstützung, Rückhalt. Wir stellen sie in loser Folge vor. Heute: die SHG für Trauernde.

Wenn ein Mensch gestorben ist, bleiben die Angehörigen mit ihrer Trauer zurück. Dass sie sich mit dem schmerzhaften Verlust nicht allein gelassen fühlen, das gehört zu den Anliegen des Ambulanten Palliativ- und Hospizdienstes Luckenwalde e.V. Der Verein möchte Menschen unterstützen, mit der neuen Lebenssituation zurecht zu kommen.
Oft fühlen sich Trauernde eingeschlossen wie in einem Labyrinth, aus dem sie nicht allein herausfinden. Wer Hilfe braucht, der bekommt sie zum Beispiel in der Selbsthilfegruppe für Trauernde, die sich an jedem dritten Donnerstag im Monat im „Waldhaus“ Ludwigsfelde trifft. Das Angebot ist offen und unverbindlich. Niemand muss sich vorher anmelden. Die Teilnahme ist auf Wunsch anonym.

Mit Trauer nicht allein
Ansprechpartner vor Ort sind Monika Alcantara, Koordinatorin des Ambulanten Palliativ- und Hospizdienstes, und Gabriele Krause. Sie hat eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Trauerbegleiterin gemacht. „Ich finde das wichtig. Die Zeit der Trauer ist eine Situation im Leben, die jeder mal durchstehen muss. Ich wollte etwas Sinnvolles machen und auch einfach was zu-rückgeben“, schildert sie ihre Motivation. Die Frauen nehmen sich gern Zeit für jeden, der zu ihnen in die Gruppe kommt. In den Gesprächen werden individuelle Wege entwickelt, um der eigenen Trauer einen angemessener Platz im Leben zu geben. „Wir bieten einen geschützten Raum, in dem Menschen die Zeit haben, einander zuzuhören“, so Monika Alcantara.
Mitunter seien Trauernde damit konfrontiert, dass die Verwandten oder Arbeitskollegen nicht mehr zuhören können oder wollen. Manchmal heißt es, nun ist aber mal genug getrauert. Doch jeder trauere anders, und Trauer lasse sich nicht einfach abstellen.

Einander zuhören
In dieser schwierigen Situation gibt die Selbsthilfegruppe Halt. „Hier kann man in ruhiger Umgebung seiner Trauer Ausdruck verleihen, bekommen die Erinnerungen von Trauernden ihren Platz. Es gibt Kaffee oder Wasser und eine Süßigkeit“, beschreibt Monika Alcantara den Rahmen. Ein Treffen dauert eineinhalb Stunden. „Das ist eine Menge Zeit, danach sind die Teilnehmer geschafft, weil viel bewegt und aufgewühlt wird, aber das ist ja auch der Sinn: dass man in Bewegung bleibt, sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzt, einen Schritt nach vorn macht.“ In den Gesprächsrunden geht es übrigens nicht nur tieftraurig zu, es darf auch gelacht werden – manche Trauernden haben sich das lange Zeit versagt und trauen sich das in der Gruppe endlich wieder.

Hilfe annehmen
Trauernde Menschen sind manchmal unsicher, wann sie Hilfe suchen und annehmen sollten. „Der Rückzug aus dem öffentlichen Leben ist anfangs ganz normal. Aber irgendwann muss man trotz der Trauer wieder am Leben teilnehmen. Wenn das nicht gelingt oder man gar krank dadurch wird“, sollte man auf jeden Fall den Weg in die Selbsthilfegruppe finden.

Oft haben die Hilfesuchenden mehrere „Baustellen“. Wenn zur Trauer zum Beispiel Schuldgefühle oder Zerstrittenheit innerhalb der Familie hinzukommen, erschwere das den Prozess der Trauerarbeit. „Wenn wir merken, dass jemand Hilfe braucht, die über unsere Kompetenz hinaus geht, vermitteln wir auch weiter“, so Monika Alcantara.

Einen festgelegten Zeitplan, wie lange man in die Selbsthilfegruppe gehen kann, gibt es nicht. Ob jemand nur einmal in die Gruppe kommt, vier Monate lang oder ein Jahr – jeder entscheidet selbst, was für ihn das Richtige ist. Insofern wechselt der Teilnehmerkreis mal schneller, mal langsamer. Oft entsteht Vertrautheit.

Ein Wort an die Männer
Die Gruppe ist nicht nur für Ludwigsfelder gedacht. „Unser Verein kann nicht überall sein, wir wollten eine zentrale Anlaufstelle haben und freuen uns, dass das hier bei LuKISS geklappt hat“, so Monika Alcantara. So wird das Angebot auch von Menschen aus Rangsdorf, Zossen, Wünsdorf genutzt. Insgesamt haben rund 15 Menschen über verschieden lange Zeiträume hinweg Hilfe gefunden. Es waren eindeutig mehr Frauen als Männer. „Männer denken, da muss ich alleine durch, aber den wenigen Männern, die in der Gruppe waren, hat das auch geholfen“, berichtet Gabriele Krause. Sie betont noch, dass Verschwiegenheit gilt: „Alles, was wir hier besprechen, bleibt unter uns.“
Wer durch die Selbsthilfegruppe gefestigt ist und wieder zurück ins Leben gefunden hat, der findet weiteren lockeren Anschluss im „Café Lichtblick“, einem Angebot des Palliativ- und Hospizdienstes in Kooperation mit dem DRK.

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